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    Home Kurzgeschichten Septembermorgen

    Septembermorgen

    Im Nebel ruhet noch die Welt,
    noch träumen Wald und Wiesen;
    bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
    den blauen Himmel unverstellt,
    herbstkräftig die gedämpfte Welt
    in warmem Golde fließen.

    (Eduard Mörike)

    Indian Summer ist die "fünfte Jahreszeit" Diese "fünfte Jahreszeit" hat einen ganz besonderen Zauber: Es ist die Zeit, in der Männer sich wieder als Kerle fühlen und Frauen einen Tick romantischer werden. Es ist die Zeit, die Seele entspannt baumeln zu lassen. Es ist die eigentliche Übergangszeit von der sommerlichen zur winterlichen Witterung.

     

    Wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt, beginnt für mich die schönste Jahreszeit. Was für Naturschauspiele. Diese klare, manchmal schon etwas schneidende Morgenluft, das Rascheln, wenn die welken Blätter von den Bäumen taumeln, die Sonne, die in unseren Haaren spielt und uns noch einmal warm ins Gesicht scheint. Das ist der Indian Summer.

    Die Wälder der „Rheinhessischen Schweiz“ entflammen zu einer unglaublichen Farbenpracht. Herbstgenuss pur! Am liebsten unternehme ich jetzt mit dem Hund lange Spaziergänge in die Weinberge.

    Was für Vogelscharen noch die Bäume belagern? Und was für ein Geschrei die kleinen Geschöpfe machen!! Sobald ich mich aber annähere, werden sie immer leise. Direkt unter dem Baum hört man dann keinen Pips mehr. **Platsch*** na prima, direkt auf die Brille! „He, ihr da oben – was soll die Sauerei??“ Schnell die Vogelkacke mit dem Taschentuch wegwischen und dann unter dem Baum verschwinden.

    Der Hund und ich ziehen weiter. Die gerade aufgehende Sonne zaubert ein Schauspiel an Farben an den Himmel. Ich atme tief durch um möglichst viel von der sauberen, reinen Luft zu inhalieren und „Ächzhusthust**würg***“ eine vorwitzige Fliege eingeatmet, Boar und sie lebt noch.  (Hätte ich nur was zum trinken mitgenommen.)

     

    Der Herbst mit seinen klaren und sonnigen Tagen gehört zweifelsohne zu den schönsten Zeiten für Hundespaziergänge und Ausritte. Man kann sich treiben lassen, von Dorf zu Dorf bummeln oder endlich mal andere Strecken erkunden. „Ja, ja!“


    Weiterhustend und mit kratzigen Hals setzen wir unseren Weg fort. Wir??? Wo ist der Hund?? Pfeifend und rufend stolpere ich, auf der Suche nach dem Hund, über einen Acker. Es stinkt fürchterlich, da er anscheinend frisch mit Gülle „gedüngt“ wurde. Und da sehe ich auch schon meinen Hund, der sich genüsslich auf dem Acker rumrekelt und sich wonnig in der Gülle wälzt.
    Natürlich kommt sie, als sie mich sieht, sofort angerannt und macht direkt vor meiner Nase „Platz“.
    „Du meine Güte, Hund – booaarrrr du stinkst so erbärmlich!“, kann ich nur noch hervor bringen, bevor ich mich fast übergeben muss und Nase und Mund mit beiden Händen zuhalte.

    Der Hund sehr widerwillig und ich fasst Panikartig, nehmen jetzt die außergewöhnliche Stimmung des "Indian Summer" zum Anlass, um die schillernde Jahreszeit links liegen zu lassen und mit schnellem Schritt nach Hause zu eilen, um dann den Hund in die Badewanne zu stopfen.

     

    Altweibersommer. Seinen Namen hat er von den die Luft durchziehenden, glitzernden, hauchdünnen Spinnfäden, die im Sonnenlicht wie silbergraue Haare erscheinen, und die uns bei einem Herbstspaziergang oft unvermutet über das Gesicht streifen oder sich in unseren Haaren verfangen. Die ideale Jahreszeit um die Pferde noch ein letztes Mal auf die Weide zu schicken.
    Ich werde meine zwei dicken Ladys auch noch einmal auf die Weide stellen. Also schnell in die Gummistiefel schlüpfen und vorher Wasser auf die Weide bringen.
    Mit zwei vollen Eimern stapfe ich los. „Mist!“ Der Durchgang auf die Weide ist immer noch so matschig. Tief versinke ich im Morast und merke, – der linke Stiefel scheint kaputt zu sein -, denn es dringt Wasser in den Schuh. Bei dem Versuch, den Fuß aus dem Morast zu ziehen verliere das Gleichgewicht, da der Gummistiefel keine Lust hat dem Fuß aus dem Matsch zu folgen.
    Ich kann mich gerade noch so abfangen, nachdem ich die Eimer fallen gelassen und den Fuß wieder abgestellt habe, leider natürlich ohne den Stiefel. Also, Stiefel mit der Hand rausziehen, noch mal schnell ins Haus, frische Strümpfe und andere Schuhe angezogen. Beim zweiten Anlauf schaffe ich es das Wasser auf die Weide zu bringen.

     

    Hatte ich schon erwähnt, das Mutter Natur nur für eine kurze Zeit die Blätter der Bäume und Sträucher mit einer Farbenvielfalt von gelb über blutrot bis hin zu dunkelviolett erstrahlen lässt und der Beobachter gefesselt ist von der Leuchtkraft der Farben, die seines gleichen suchen?? Und ich eigentlich gerne Ausflüge in die Obst- und Weinfelder mache, bei denen heimische Winzer eine Kostprobe der neuen Weinsorten anbieten? (....**hüstel** vom Thema abgewichen....!! )

     

    Jetzt aber schnell noch die Pferde auf die Weide gebracht. Der Weg auf die Weide ist umrahmt von Bäumen und Sträuchern. Rechts und links je ein Pferd am Halfter, gehen wir, „im uns eigenen Tempo“ zur Weide“. Erwähnenswert wäre jetzt das mit dem Spinnenweben. Denn, brav wie meine Zwei nun mal sind, laufen sie hinter mir her und mir kleben diese „romantischen, hauchdünnen, klebrigen **Mist***sch.....vertrackten Fäden überall im Gesicht und spuckend, fluchend und Zähne zusammenbeißend, mein Schicksal ertragend, immer schneller werdend, mit zwei verdutzten, in Trab fallenden Pferden in den Händen, die mich jetzt mehr hinter sich herschleifen als ich sie führe, weil sie es ja absolut nicht gewohnt sind, schneller als „gemütlich“ auf die Weide gebracht zu werden.
    Also, im Eiltempo sind wir auf Ihrer Weide angekommen, „STOP“, Gott sei Dank, die Zwei, gewohnt auf meine Stimme zu reagieren, (funktioniert aber nur wenn man den Mund nicht mit Spinnenweben voll hat) bleiben abrupt stehen und ich fummele schnell die Halter ab. Torgriffe eingehängt und ................endlich kann ich mich von dem klebrigen Zeug befreien. Meine Ladys, die brav neben mir stehen geblieben sind, entlockt die Situation ein Grinsen, ich kann es genau erkennen. Auf ein „Ab mit Euch“  gammeln sie ans untere Ende der Weide zum grasen.

     

    Indian Summer ist die "fünfte Jahreszeit" Diese "fünfte Jahreszeit" hat einen ganz besonderen Zauber: Es ist die Zeit, in der Männer sich wieder als Kerle fühlen und Frauen einen Tick romantischer werden. Es ist die Zeit, die Seele entspannt baumeln zu lassen. Es ist die eigentliche Übergangszeit von der sommerlichen zur winterlichen Witterung.

     

    Ich habe nach so viel „Romantik“ beschlossen endlich in den „Winterschlaf“ zu fallen und gemütlich auf der Couch zu lümmeln. Evtl. mit dem Hund an der Leine, einem Gesichtschutz (gegen Spinnenweben und neugierige Fliegen) spazieren zu gehen und die Pferde eben nur noch braun verkrustet zu erleben.  Bleib mer fort mit Romantik!

     

    Stichwörter:
    herbst, hund, hundefreunde, pferde, pferde führen, pferdefreunde, rheinhessen, rheinhessiche schweiz, schlcehtes wetter, wasser, weide
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