Jungvögel werden oft aus Unwissenheit von Eltern getrennt
Überleben nur in freier Natur
(animal) Es ist Frühling, und in der Natur regt sich vielfach neues Leben. Zahlreiche Tiere ziehen in diesen Wochen ihren Nachwuchs groß. Damit häufen sich aber auch gleichzeitig die Funde von scheinbar verlassenen Jungtieren.
So treffen Naturfreunde und Spaziergänger in diesen Wochen vermeintlich elternlose Jungvögel an, bringen sie zum Tierarzt oder versuchen sie von Hand selbst großzuziehen. Doch meist ist dies eine falsch verstandene Tierliebe, denn die Aufnahme in die menschliche Obhut ist für die Jungvögel in vielen Fällen keine Hilfe – im Gegenteil.
Überlebensfähig werden die jungen Vögel in der Regel nur durch das gemeinsame Aufwachsen mit ihren Geschwistern in freier Natur. Fehlprägungen, Wachstumsstörungen und Befiederungsprobleme, die eine künstliche Aufzucht verursachen können, enden im Spätherbst oder Winter oft mit dem Tod des Vogels. Der Anteil dieser natürlichen Selektion schwächlicher Individuen kann nach Expertenmeinung bei vielen Vogelarten mehr als 70 Prozent der gesamten Population betragen. Vogelküken, die in menschlicher Pflege aufgezogen wurden, haben wegen der Konkurrenz zu den in freier Wildbahn aufgewachsenen und trainierten Artgenossen kaum eine Überlebenschance.
Um Jungvögeln wirklich zu helfen, sollten deshalb nur solche Tiere aufgenommen und zu einem Tierarzt oder in eine Pflegestation gebracht werden, die tatsächlich abgemagert oder äußerlich erkennbar verletzt sind (zum Beispiel Federverlust, Haut- oder Muskelwunden, gebrochene Flügel oder Beine). Andere Vögel sollten ins nahe Gebüsch gesetzt werden, wo sie gut getarnt sind.
Oberstes Gebot ist es, unverletzte Jungtiere am Fundort zu belassen. Es handelt sich in den meisten Fällen bei den scheinbar hilflosen Jungtieren nämlich nicht um Waisen. In der Vogelwelt kommt es häufig vor, dass beispielsweise noch nicht flugfähige Singvögel mit relativ vollständigem Gefieder das Nest vorzeitig verlassen. Diese sogenannten Ästlinge sitzen im Astwerk oder auch auf einer Wiese, stehen durch Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung und bedürfen keiner menschlichen Hilfe.
Findet man einen Jungvogel an einer ungünstigen Stelle wie beispielsweise an einer stark befahrenen Straße oder auf einem belebten Kinderspielplatz, sollte man ihn in einigen Metern Entfernung an eine geschütztere Stelle, zum Beispiel in eine Hecke oder ein Gebüsch, umsetzen. Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Dies ist für das Tier unproblematisch, da sich Vögel im Gegensatz zu manchen Säugetieren nicht am menschlichen Geruch stören, sodass Jungvögel auch nach dem Umsetzen wieder von ihren Eltern angenommen und weiter versorgt werden.
Quelle: dgk.de
Foto: DGK
So treffen Naturfreunde und Spaziergänger in diesen Wochen vermeintlich elternlose Jungvögel an, bringen sie zum Tierarzt oder versuchen sie von Hand selbst großzuziehen. Doch meist ist dies eine falsch verstandene Tierliebe, denn die Aufnahme in die menschliche Obhut ist für die Jungvögel in vielen Fällen keine Hilfe – im Gegenteil. Überlebensfähig werden die jungen Vögel in der Regel nur durch das gemeinsame Aufwachsen mit ihren Geschwistern in freier Natur. Fehlprägungen, Wachstumsstörungen und Befiederungsprobleme, die eine künstliche Aufzucht verursachen können, enden im Spätherbst oder Winter oft mit dem Tod des Vogels. Der Anteil dieser natürlichen Selektion schwächlicher Individuen kann nach Expertenmeinung bei vielen Vogelarten mehr als 70 Prozent der gesamten Population betragen. Vogelküken, die in menschlicher Pflege aufgezogen wurden, haben wegen der Konkurrenz zu den in freier Wildbahn aufgewachsenen und trainierten Artgenossen kaum eine Überlebenschance.
Um Jungvögeln wirklich zu helfen, sollten deshalb nur solche Tiere aufgenommen und zu einem Tierarzt oder in eine Pflegestation gebracht werden, die tatsächlich abgemagert oder äußerlich erkennbar verletzt sind (zum Beispiel Federverlust, Haut- oder Muskelwunden, gebrochene Flügel oder Beine). Andere Vögel sollten ins nahe Gebüsch gesetzt werden, wo sie gut getarnt sind.
Oberstes Gebot ist es, unverletzte Jungtiere am Fundort zu belassen. Es handelt sich in den meisten Fällen bei den scheinbar hilflosen Jungtieren nämlich nicht um Waisen. In der Vogelwelt kommt es häufig vor, dass beispielsweise noch nicht flugfähige Singvögel mit relativ vollständigem Gefieder das Nest vorzeitig verlassen. Diese sogenannten Ästlinge sitzen im Astwerk oder auch auf einer Wiese, stehen durch Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung und bedürfen keiner menschlichen Hilfe.
Findet man einen Jungvogel an einer ungünstigen Stelle wie beispielsweise an einer stark befahrenen Straße oder auf einem belebten Kinderspielplatz, sollte man ihn in einigen Metern Entfernung an eine geschütztere Stelle, zum Beispiel in eine Hecke oder ein Gebüsch, umsetzen. Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Dies ist für das Tier unproblematisch, da sich Vögel im Gegensatz zu manchen Säugetieren nicht am menschlichen Geruch stören, sodass Jungvögel auch nach dem Umsetzen wieder von ihren Eltern angenommen und weiter versorgt werden.
Quelle: dgk.de
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