Gefährliche Frühsommer-Meningonzephalitis
(animal) Kleiner Vampir mit großer Wirkung: Zecken im Hunde- oder Katzenfell sind nicht nur eklig, sondern auch gefährlich. Genau wie Menschen können die Blutsauger auch den Vierbeiner mit lebensgefährlichen Krankheiten infizieren. Mit zahlreichen vorbeugenden Maßnahmen kann man Borreliose und Co. den Kampf ansagen.
Bei Temperaturen von mindestens fünf Grad Celsius warten Zecken im Unterholz auf ihre Opfer.
Haben sie einmal gestochen, können sie Zwei- und Vierbeiner mit Zeckenlähmung, FSME (Frühsommer-Meningonzephalitis) oder Borreliose anstecken. Die Zeckenlähmung tritt nur selten auf. Sie entsteht durch das Nervengift (Neurotoxin), das nur mit Eiern beladene Weibchen produzieren.
Wird die Zecke nicht entfernt, treten nach fünf bis sieben Tagen erste Lähmungserscheinungen auf, die tödlich enden können. FSME tritt beim Tier ebenfalls äußerst selten auf und führt zu neurologischen Störungen. Borreliose bringt neurologische Ausfälle, Gelenkentzündungen und Entzündungen der Gehirnnerven-Wurzeln mit sich. Durch lange und hochdosierte Antibiotika-Behandlung ist Borreliose aber meistens wieder in den Griff zu bekommen.
Vorbeugende Maßnahmen
Im Gegensatz zum Menschen gibt es für Tiere sogar eine Borreliose-Impfung. "Ein gesundes Tier kann mit zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen grundimmunisiert werden.
Die Impfung muss jährlich wiederholt werden", erklärt Tierarzt Dr. med. vet. Alexander Pack. Zusätzlich empfiehlt sich, die Zecken selbst abzuschrecken: Spezielle Halsbänder, Sprays, Tropflösungen und so genannte Spot- on-Präparate, die nur auf eine Körperstelle aufgetragen werden, sind beim Tierarzt erhältlich. Präparate aus dem Fachhandel zeigen oft nur eingeschränkte oder gar keine Wirkung. Ein altes Hausrezept rät zu Knoblauch. Es ist allerdings nicht nachgewiesen, dass die stinkende Knolle als Futterbeigabe oder Körperspray zuverlässig wirkt. Auf jeden Fall sollte der Hund nach jedem Spaziergang und die Katze mindestens einmal täglich nach Zecken abgesucht werden. Bevorzugte "Andock-Stellen" sind die gefäßreichen, dünnhäutigen Partien an Kopf, Hals, Schultern und Achseln.
Erste Hilfe bei Zeckenstichen
Hat dann doch mal eine Zecke zugeschlagen, muss sie so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange entfernt werden. Dazu packt man den Schmarotzer dicht an der Haut des Tieres und zieht ihn mit einer leichen Links- oder Rechtsdrehung vorsichtig heraus. Die Drehrichtung ist dabei egal: "Zecken haben kein Gewinde". Die Einstichstelle kann mit Jod desinfiziert werden. Pack rät: "Wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt, kann man ihn meistens mit einer feinen Pinzette entfernen. Im schlimmsten Fall muss der Tierarzt die Zecke mit einem kleinen Schnitt heraus nehmen." Nicht nur wirkungslos, sondern sogar gefährlich sind Vernichtungsarten wie Abbrennen und mit Öl oder Nagellackentferner beträufeln. Die Zecke bekommt dann so einen Schreck, dass sie noch schnell vor ihrem Tod den erregerhaltigen Darminhalt in die Einstichstelle erbricht.
Quelle: dgk






















